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Hilfe und Beratung bei Suchtfragen

Suchtberatung vor Ort, Online-Beratung, Telefonnummern mit Erreichbarkeit, Selbsthilfe und was im Notfall zu tun ist.

Hilfe bei Suchtfragen gibt es kostenlos, vertraulich und für alle Beteiligten: für Jugendliche, für Eltern und Angehörige, für Lehrkräfte und Arbeitgeber. Erste Anlaufstelle ist die örtliche Suchtberatungsstelle. Daneben gibt es Online-Beratung, Telefonangebote und Selbsthilfegruppen. Im Notfall gilt immer der Notruf 112.

Notfall. Ist jemand nach Alkohol, Drogen oder Medikamenten bewusstlos, atmet unregelmäßig, krampft oder ist akut in Lebensgefahr, rufen Sie sofort 112. Bei Fragen zu Vergiftungen berät rund um die Uhr der Giftnotruf Ihres Bundeslandes. Bei Suizidgedanken erreichen Sie die TelefonSeelsorge rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.

Suchtberatung vor Ort

Suchtberatungsstellen gibt es in nahezu jeder Stadt und jedem Landkreis, oft in Trägerschaft von Wohlfahrtsverbänden oder Kommunen. Sie beraten

  • Menschen, die selbst konsumieren oder spielen,
  • Eltern, Partner und andere Angehörige,
  • Lehrkräfte, Schulsozialarbeit und Arbeitgeber.

Die Beratung ist in der Regel kostenlos, die Mitarbeitenden unterliegen der Schweigepflicht. Viele Stellen haben eigene Angebote für Jugendliche oder für Medien- und Glücksspielfragen. Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie über das Suchthilfeverzeichnis der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS).

So läuft ein erstes Gespräch ab

Viele Eltern zögern, weil sie nicht wissen, was sie in einer Beratungsstelle erwartet. In der Regel vereinbaren Sie telefonisch oder per Mail einen Termin, manche Stellen haben auch offene Sprechstunden. Im ersten Gespräch schildern Sie Ihre Situation; die Beraterin oder der Berater fragt nach, ordnet ein und bespricht mit Ihnen mögliche nächste Schritte. Sie entscheiden selbst, was Sie erzählen und ob Sie wiederkommen. Die Beraterinnen und Berater unterliegen der Schweigepflicht; ohne Ihr Einverständnis werden weder Schule noch andere Stellen informiert, eine Ausnahme sind nur akute Gefährdungen. Hilfreich ist, sich vorher ein paar Beobachtungen und Fragen zu notieren.

Online-Beratung

Wer den ersten Schritt lieber schriftlich oder von zu Hause aus macht, findet Online-Angebote:

  • DigiSucht (suchtberatung.digital) ist eine bundesweite Plattform, auf der Fachkräfte örtlicher Suchtberatungsstellen per Chat, Nachricht oder Video beraten, auch für Angehörige.
  • Die Online-Beratung der Nummer gegen Kummer richtet sich an Kinder und Jugendliche.
  • Die bke-Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung berät Eltern und Jugendliche bei Erziehungs- und Familienfragen.
  • Für Jugendliche mit Fragen zum eigenen Konsum bietet drugcom des BIÖG Informationen, Selbsttests und eine Beratung per Mail oder Chat.

Telefonische Beratung

Angebot Für wen Kontakt und Erreichbarkeit
Elterntelefon (Nummer gegen Kummer) Eltern und Erziehende 0800 111 0 550, kostenfrei und anonym; Mo, Mi, Fr 9 bis 17 Uhr, Di und Do 9 bis 19 Uhr
Kinder- und Jugendtelefon (Nummer gegen Kummer) Kinder und Jugendliche 116 111, kostenfrei und anonym; Mo bis Sa 14 bis 20 Uhr
TelefonSeelsorge alle, in Krisen und bei Suizidgedanken 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 oder 116 123, kostenfrei, rund um die Uhr
Infotelefon zur Suchtvorbeugung (BIÖG) alle mit Fragen zur Vorbeugung, Vermittlung an Beratungsstellen 0221 89 20 31, Kosten nach Festnetztarif; Mo bis Do 10 bis 22 Uhr, Fr bis So 10 bis 18 Uhr
Sucht & Drogen Hotline (BIÖG) Betroffene und Angehörige 01806 31 30 31, 0,20 Euro pro Anruf aus Fest- und Mobilfunknetz; täglich 8 bis 24 Uhr
Telefonberatung zur Glücksspielsucht (BIÖG) Spielende und Angehörige 0800 137 27 00, kostenfrei; Mo bis Do 10 bis 22 Uhr, Fr bis So 10 bis 18 Uhr
Giftnotruf bei Verdacht auf Vergiftung regionales Giftinformationszentrum, rund um die Uhr, zum Beispiel Berlin 030 19240
Notruf lebensbedrohliche Notfälle 112

Die Zeiten entsprechen dem Stand Oktober 2026. Sie können sich ändern, etwa an Feiertagen; im Zweifel finden Sie die aktuellen Angaben auf den Websites der Anbieter.

Hilfe für Jugendliche selbst

Jugendliche, die sich Sorgen um den eigenen Konsum oder um Freunde machen, können sich ohne ihre Eltern an Beratungsstellen wenden. Viele Suchtberatungen haben eigene Sprechzeiten oder Ansprechpersonen für junge Menschen. In der Schule sind Schulsozialarbeit und Vertrauenslehrkräfte erste Ansprechpartner. Wer lieber anonym bleibt, nutzt das Kinder- und Jugendtelefon oder eine Online-Beratung.

Gespräche mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben, entlasten oft auf eine Weise, die Fachberatung allein nicht leisten kann.

  • Elternkreise sind Selbsthilfegruppen für Eltern suchtgefährdeter und suchtkranker Kinder. Viele sind im Bundesverband der Elternkreise zusammengeschlossen.
  • Al-Anon Familiengruppen richten sich an Angehörige und Freunde von Menschen mit Alkoholproblemen, Alateen an Jugendliche, die mit einem trinkenden Familienmitglied leben.
  • Auch die großen Suchtselbsthilfeverbände wie Kreuzbund, Blaues Kreuz oder Freundeskreise haben Gruppen für Angehörige.

Wie Sie als Eltern selbst stabil bleiben, beschreibt der Abschnitt zur Selbstfürsorge unter Wenn das Kind konsumiert.

Jugendamt und Erziehungsberatung

Nicht jedes Problem ist zuerst ein Suchtproblem. Wenn es zu Hause insgesamt schwierig ist, mit Streit, Schulproblemen oder Überforderung, sind Erziehungs- und Familienberatungsstellen eine gute Adresse. Sie sind kostenlos und vertraulich.

Das Jugendamt ist nicht nur Kontrollbehörde, sondern vor allem Hilfeeinrichtung. Es berät Eltern, vermittelt Hilfen zur Erziehung und kann Kindern und Jugendlichen in Notlagen auch direkt helfen. Bei Cannabisfunden der Polizei bei Minderjährigen kann es zudem auf Frühinterventionsangebote hinwirken.

Welche Hilfe passt?

Ihre Situation Gute erste Anlaufstelle
Ich mache mir Sorgen, bin aber unsicher Elterntelefon, Infotelefon zur Suchtvorbeugung
Mein Kind konsumiert regelmäßig örtliche Suchtberatung, DigiSucht
Mein Kind zockt exzessiv Suchtberatung mit Schwerpunkt Medien, Erziehungsberatung
Ich bin selbst am Ende meiner Kräfte Elternkreise, TelefonSeelsorge, Suchtberatung für Angehörige
Mein Kind will nicht mit mir reden Kinder- und Jugendtelefon, Schulsozialarbeit, Online-Beratung für Jugendliche
Akute Gefahr 112

Woran Sie erkennen, ob Hilfe nötig ist, beschreibt die Seite Warnsignale. Rechtliche Fragen zu Alkohol, Tabak und Cannabis bei Jugendlichen beantwortet Jugendschutz und Recht.

Hinweis. Diese Seite ist eine Übersicht und ersetzt keine persönliche Beratung. Dieser Ratgeber bietet selbst keine Beratung an und vermittelt keine Termine. Bitte wenden Sie sich direkt an die genannten Stellen.

Quellen und weiterführende Informationen

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Muss mein Kind mitkommen, wenn ich zur Suchtberatung gehe?
Nein. Suchtberatungsstellen beraten auch Eltern und Angehörige allein. Oft ist das ein guter erster Schritt, um die eigene Lage zu sortieren und zu überlegen, wie man das Kind ansprechen kann.
Ist die Beratung wirklich anonym und kostenlos?
Die Beratung in Suchtberatungsstellen ist in der Regel kostenlos, und die Mitarbeitenden unterliegen der Schweigepflicht. Viele Angebote können auf Wunsch anonym genutzt werden. Telefonische Angebote wie Nummer gegen Kummer und TelefonSeelsorge sind kostenfrei und anonym.
An wen kann sich ein Jugendlicher wenden, der nicht mit den Eltern reden will?
Jugendliche können sich selbst an eine Suchtberatungsstelle, an die Schulsozialarbeit, an das Kinder- und Jugendtelefon unter 116 111 oder an Online-Beratungen wenden. Auch das Jugendamt berät Kinder und Jugendliche, in Notlagen auch ohne Wissen der Eltern.

Zuletzt überarbeitet am 10. Oktober 2026.